#Neugier trifft #Zukunftsmut in der Sauna

Posted by on Jul 8, 2019 in Allgemein | No Comments

„Was passiert eigentlich mit einer Idee, wenn sie gehabt wurde?“

Mitten in der Hitzeschlacht von Kempten waren sie wieder da, meine drei Probleme: 1. Unternehmen sehnen sich nach mehr #Zukunftsmut für Ihre Mitarbeiter, doch Kreativworkshops wirken nicht nachhaltig. 2. #Neugier ist nachweislich der Schlüssel zur Ideenkraft, doch sie muss erklärt und trainiert werden. 3. Was aber passiert mit der Idee, wenn sie gehabt wurde, wenn die zweite Seite des #Innovationsverhaltens zuschlägt? Dieses Mal trafen mich alle drei auf einmal: in der Vorbereitung für einen Auftritt in der Verzahntechnik. Denn die Gastgeber wussten nur zu genau, dass „Ich habe da mal ´ne Idee“ nur ein Teil der Innovations-Aussage ist. Der andere Teil ist der „und ich mach das mal“. Um beide Teile sollte es in den 45 bis 60 Minuten Vortragsdauer gehen. Und dann kam die Sahara. Sie machte aus dem Zelt eine Sauna, in die aus Versehen zwei Öfen eingebaut wurden. Bei 42 Grad Innentemperatur Menschen für Neues zu begeistern, das ist in der Tat etwas, das ich nicht jeden Tag zu tun bekomme.

Ein Vortrag zur Neugier und zu Zukunftsmut zugleich?

So wurde aus einem ursprünglichen Vortrag rund um die #4_Dimensionen_der_Neugier schnell ein Hybrid. Fluch und Segen maßgeschneiderter Keynotes: man muss sie eben erst erstellen, sie liegen nicht fertig im Regal. Aber in der Regel lohnen sie sich nicht nur für den Kunden, sondern auch für einen selbst. Unglaublich, aber wahr: man lernt dazu.

Nun zur Verknüpfung von Neugier und Zukunftsmut. Die #Neugier zu erklären und zu managen, ist eine unserer zentralen Aufgaben mit der Braincheck GmbH. Es macht uns Freude, dieses neue Konstrukt, das wir durch unsere Arbeit im Curiosity Council des Unternehmens Merck entwickelt und validiert haben. Wie das so ist in der Forschung, das Denken bleibt nicht stehen. Und so schauten wir, was eigentlich mit einer Idee passiert, wenn sie gehabt wurde. In coolen Firmen spricht man da von „Implementierung“, ein bisschen profaner klingt es als „Umsetzung“, meint aber in der Regel sehr ähnliches. Das haben wir also untersucht und hunderte von Menschen befragt. Das Ergebnis: Die Tatsache, dass jemand neugierig ist, sagt nur zu 6% voraus, ob er die tolle Idee auch in die Tat umsetzt. Das Psychologische Kapital sagt zu 76% voraus, ob dieser Mensch die Idee in die Tat umsetzt. Idee und Umsetzung. Das sind die beiden Seiten des Innovationsverhaltens.

#Unternehmen wollen #Neugier und brauchen #Zukunftsmut.

#Zukunftsmut, damit aus der Idee auch eine Innovation wird.

Andreas Steinle von der Zukunftsinstitut-Workshop GmbH und geschätzer Co-Autor bei “Zukunftsmut” beschreibt das so: Das Stahlhandelsunternehmen Klöckner hat die digitale Transformation seines Geschäftsmodells aktiv vorangetrieben. Hatte es zuvor Erfahrung im digitalen Vertrieb von Produkten? Nein. Hatte es die nötigen Talente an Bord? Nein. Für die meisten Unternehmen sind dies gute Gründe, sich nicht zu verändern. Sie fürchten die Innovation. Furcht ist das Gefühl einer Bedrohung. Oft verbunden mit der Ohn- macht, dieser Bedrohung nichts entgegensetzen zu können, weil die nötigen Abwehrstrategien oder Kompetenzen fehlen.

Für die Umsetzung von Ideen in Innovationen braucht es Mut und Nonkonformismus. Denn das Neue wird das Bestehende immer in Frage stellen. Müssen erfolgreiche Innovatoren daher immer besonders risikobereit sein und mit dem Kopf durch die Wand gehen? Nein, das Erstaunliche ist: Selbst die größten Nonkonformisten hassen es, große Risiken einzugehen. Auch sie fühlen Angst und Zweifel. Nur gehen sie anders damit um. Es gibt zwei Arten von Zweifel: 1) der Selbstzweifel, der einen lähmt, und 2) der Ideenzweifel, der einen vorantreibt. Letzterer motiviert dazu, Ideen zu verbessern und zu testen. Viele erfolgreiche Nonkonformisten sind mit ihren ersten Ideen unzufrieden. Doch sie geben nicht auf, sondern arbeiten weiter. Erfolgreiche Innovatoren sind keine andere Spezies. Sie haben keine andere DNA. Sie entscheiden sich nur, da weiterzumachen, wo andere aufhören. Jeder von uns hat das Zeug zum Nonkonformisten. Doch dafür brauchen wir Zukunftsmut, die Zuversicht und den Optimismus, dass wir am Ende erfolgreich sein werden.

Kalkuliertes Risiko

Erfolgreiche Innovatoren streuen das Risiko. Sie diversifizieren es genauso wie ein gutes Aktien-Portfolio. Die Risikofreude von Gründern wird meist überschätzt. Wo sie auf der einen Seite eine riskante Wette eingehen, gestalten sie andere Bereiche ihres Lebens sehr konservativ. Von Bill Gates heißt es, dass er sein Studium schmiss, um Microsoft zu gründen. In Wirklichkeit nahm er eine genehmigte Auszeit vom Studium und seine Eltern unterstützten ihn finanziell. Pierre Omidyar behielt erst einmal seinen Job und betrieb eBay zunächst neun Monate als Hobby. Natürlich haben diese Gründer auch Mut und Risikofreude bewiesen, aber warum hätten sie auf ein Sicherheitsnetz verzichten sollen? Mit der Umsetzung von Innovationen verhält es sich nicht anders.

So also hängen Idee und Umsetzung zusammen. Aber wie das so ist mit der Erkenntnis, zuerst veröffentlicht man das Eine – und freut sich über ein Buch zur beruflichen Neugier – und dann geht die Forschung weiter. Deren Ergebnis steht dann natürlich in einem anderen Buch: Zukunftsmut. Dass sich beide lohnen, muss ich hier nicht sagen, ich habe sie ja geschrieben.

Welches sich aber für einen Interessierten mehr lohnt und besser passt, das kann ich in der Regel schnell, kurz und gut in einer Email beantworten.

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