#Dr_Naughton beim #AfterWorklearning Change Management

Posted by on Sep 15, 2017 in Change, Führung, Lernen, Vortrag | No Comments

So berichtete der Wiesbadener Kurier über den Vortragsnachmittag rund um das persönliche und berufliche Change Management:

Carl Naughton spricht in der Wiesbadener Reihe „Soka-Bau im Gespräch“ über den Umgang mit Veränderungen

Von Hendrik JungWIESBADEN – Es ist eine Mischung aus Psychologie, Verhaltens- und Hirnforschung, die Carl Naughton seinem Publikum auf unterhaltsame Weise präsentiert. Schließlich stehen in seiner Vita sowohl Studien der Theaterpädagogik und der pädagogischen Psychologie als auch Auftritte im Fernsehen und auf der Theaterbühne.

Bei der Veranstaltungsreihe „Soka-Bau im Gespräch“ erklärt er den knapp 100 Gästen, wie sie Veränderungen in Beruf und Privatleben einfacher umsetzen. Dazu nutzt er das Bild des Reiters eines Elefanten, um das Verhältnis zwischen Verstand und Emotion zu beschreiben. Der Reiter verstehe zwar, warum eine Veränderung Vorteile bringt. Aber der Elefant liebt ausgetretene Pfade und plädiert dafür, die ganze Angelegenheit lieber auf morgen zu verschieben.

Ein anschauliches Beispiel, warum es oft nicht ausreicht, den Verstand zu dressieren, verpackt der Referent in Schokolade. Wofür würden Sie sich entscheiden, wenn Sie 25 Gramm oder 100 Gramm leckere Schokolade haben können? Wenn die kleine Portion in Herzform produziert wurde, die große eine Küchenschabe nachbildet? „Wir wählen oft nicht die fachlich bessere Alternative, weil die andere Möglichkeit ein Imageproblem hat“, resümiert Carl Naughton.

Wie man ein betriebliches Problem eindrücklicher darstellt als mit einer Tabelle, demonstriert er an einem Vorfall beim Traktorhersteller John Deere. In den Fabriken des Unternehmens wurden verschiedene Handschuhmodelle eingekauft, von denen die teuersten drei Mal so viel gekostet haben wie die günstigsten. Also hat Manager Jonathan Stegner ein Exemplar von jedem Modell auspreisen und auf einem Konferenztisch stapeln lassen, um das Problem deutlich zu machen. Ein Werkzeug, mit dem Veränderungen herbeigeführt werden können, ist laut Naughton: Ziel aufs Gefühl. Damit aus den „Leitplanken der Vergangenheit keine Leitlinien für morgen“ werden, müsse man auf ein zweites Werkzeug zurückgreifen und dem Wandel den Weg ebnen. Wie wichtig es sein kann, ihm schon ein Stückchen entgegenzugehen, demonstriert Carl Naughton am Beispiel einer Rabattkarte für Autowäschen. Während auf der einen nach acht Besuchen eine kostenlose Wäsche lockt, befinden sich auf der anderen zehn Felder, von denen die ersten beiden vom Unternehmen bei der Ausgabe bereits markiert sind.

Im Versuch hätten letztere fast doppelt so viele Personen in deutlich kürzerer Zeit komplettiert. „Das Belohnungssystem im Gehirn spielt bei allen Entscheidungen eine Rolle“, betont Carl Naughton. So hätten die meisten Menschen lieber eine halbe Tafel Schokolade sofort als eine ganze in einer Woche. Das dritte Werkzeug für Veränderung ist schließlich das Schaffen des richtigen Umfelds. Nicht nur Wunsch, Ergebnis und Plan müssten klar definiert werden, sondern auch die Hürden.