Die eigene Neugier entfachen.

Posted by on Jan 29, 2015 in Kommunikation, Neugier | No Comments

Der Mensch hat das Feuer nicht erfunden, sondern als Nutzmittel für sich entdeckt. Aber der Grund, warum er es beherrschen lernte, da ist sich die Archäologie einig, war seine Neugier. Ca. 800.000 Jahre ist sie alt, fest verdrahtet im Gehirn, doch bei manch einem ist die Flamme im Alltag des 21. Jahrhunderts erstickt. Was können Sie tun, um die eigene Neugier neu zu entfachen und am Lodern zu halten?

 

1. Achten Sie auf Ihre "Sendezeit" 

Ihr Redeanteil ist ein gutes Barometer für Ihre Neugier. Denn nicht “Reden” ist die Währung der Neugier, sondern “Fragen” führt zur Dividende “Mehr Wissen”. Mehr Wert auf Fragen zu legen führt sinnigerweise dazu, dass die Menschen um Sie herum mehr Chancen zum Reden erhalten. Nehmen Sie sich also ein paar Minuten Zeit, um ein paar echte Neugierfragen zu finden. Die werden garantiert Ihrer Konversation eine elegante Starthilfe geben. Versuche haben gezeigt, dass Menschen, die so kommunizieren, mehr Freunde und mehr positive Eigenschaften zugeschrieben bekommen. Entfachen Sie das Feuer und setzen Sie sich dann ent- und gespannt daran, um den Anderen zu lauschen.

 

2. Bauen Sie Neugierbooster in Ihr Vokabular ein

Die Wörter, die Sie nutzen,  wirken wie ein Rauchwolken Ihres aufrichtigen Interesses am Lernen und Entdecken. Denken Sie ernsthaft darüber nach, Redewendungen wiredie folgenden fest in Ihren Wortschatz einzubauen, um das Feuer bei anderen zu entfachen:

  1. Was wäre wenn…?
  2. Ich würde wirklich gerne mehr wissen über…?
  3. Wie würde sich das ändern, wenn…?
  4. Was ist Ihre Erfahrung mit…?
  5. Wie würden Sie…?

 

3. Suchen Sie Außendaten

Neugier ist nichts für Zaungäste. Die Informationen finden nicht Sie; Sie müssen einen Plan entwickeln, um das zu erfahren, was Sie wissen wollen. Achten Sie dabei darauf, das Internet zu Ihrem Partner zu machen und nicht auf Google zu vertrauen. Google hat nur ein Ziel: “Schnellstmöglich die Antwort zu finden”. Wenn Google einen “Tatort” schreiben würde, würden Sie auf Seite 1 erfahren, wer der Mörder ist. Das tötet auch die Neugier. Nutzen Sie das Netz als Ausgangspunkt, nicht als Schlusspunkt. Gehen Sie über die Ergebnisse der ersten drei Seiten hinaus. Patrick Mussel, den Begründer der beruflichen Neugiersakala, fand ich auf Seite 12 einer Google Suche. Inzwischen ist seine Arbeit – auch durch unsere Neugier im Forscherteam – in mehr Köpfen angekommen. Google hat zwar auf alles eine Antwort – es würde nie reagieren mit “weiß ich nicht”. Aber es verfügt einfach nicht über die guten Fragen. Auch hier gilt: je mehr Energie in die Frage fliesst, um so eher können Sie die Antworten nutzen – weg mit Autovervollständigung, her mit Reflexion. Das Internet bietet Ihnen Feuerstein, Zunderpilz und Pyrit – nicht das Feuer selbst.

 

4. Überwachen Sie Ihren inneren Dialog auf Neugierkiller

Viele Führungskräfte, egal ob Manager, Lehrer oder Eltern, verfügen über starke Glaubenssätze, automatisierte Reaktionen auf Zeitdruck und höchst individuelle Konditionierungen, die Neugier im Alltag ersticken. Oft wollen sie kontrollieren, wo eine Diskussion hingeht. Oder sie ziehen voreilige Schlüsse, um Probleme schnell und vermeintlich effizient zu lösen. Keines dieser Verhalten verträgt sich gut mit Neugier. Vorannahmen, Urteile, Denkfallen, sie bauen auch eine Mauer um das neugierige Denken. Auch hier schlägt der Autopilot unbarmherzig zu und brennt das Denken nieder. Machen Sie sich vertraut mit den Denkfallen rund um die Neugier.

 

Nehmen Sie sich dieser Strategien an und erleben Sie, wie Sie mehr lernen, intensivere Beziehungen erleben und ein wenig klarer Denken. Plutarch wusste es schon vor tausenden von Jahren “A mind is a fire to be kindled and not a vessel to be filled.” Werden Sie Feuermacher der Neuzeit.