Lust auf Archäologie

Wie schaffen wir es, Menschen für staubige Inhalte zu begeistern?

Auf dem Berg in der Nähe von Koblenz residiert eine Außenstelle der Römisch-Germanischen Museums: die evolutionäre Archäologie. Ein Team von Forschern spürt den Anfängen unseres Verhaltens nach: wie bändigten wir das Feuer? Warum wurden wir sesshaft? Allerdings war die Dauerausstellung rund um die Erkenntnis ein wenig in die Jahre geraten, das Museum geschlossen.

Was war das Ziel?

Ein Neu-Anfang sollte her. Einer, bei dem die Forscher vor Ort mit Stolz ihre Ergebnisse präsentieren konnten und gleichzeitig (andere) Menschen für ihre Arbeit interessieren, mithin faszinieren wollten. Agentur um Agentur stellte sich vor und traf den Kern der Forscherwünsche nicht: Archäologie lebendig machen.

 

Wir haben wir es erreicht?

Mit meiner damaligen Firma „studio schönschlau“ habe ich die Ideen und Konzepte rund um die Psychologie des Lernens durchstöbert, ein Konzept entwickelt und den Pitch gewonnen. Grundlage war etwas, dass ich später in der Werbepsychologie von Michael Ray wiederfinden sollte: die Umkehrung des „Learn Feel Do“ hin zu „Do – Feel – Learn“ – oder auf Deutsch: „Erleben vor Verstehen“.


Danach baute ich jeden Raum mit den Forschern so auf, dass die Besucher zuerst selbst zu einem bestimmten Verhalten angestupst wurden und so erst zu den archäologischen Inhalten vordrangen. So mussten sie im Raum, der sich mit den Innovationen der Steinzeit auseinandersetzte erst einmal ihre eigene Innovationskraft einsetzen, sich außerhalb ihrer Komfortzone bewegen, um den Infos auf die Schliche zu kommen.

 

Dazu kamen Führungen, deren Skripte ich für Schauspieler schrieb. Sie waren auf das gleiche Prinzip aufgebaut: Erleben von Verstehen. Kleine Experimente machten hautnah erlebbar, um welches Verhalten es in welcher Phase der Vergangenheit ging.

Ein ganz eigenständiger und sonst vernachlässigter Bereich der Museumpädagogik kann in Monrepos erlebnisdicht aufgegriffen werden: Soziales und politisches Lernen. Durch die Führungen und Workshops, die sich alle um die archäologischen Wurzeln und heutigen Konsequenzen menschlichen Verhalten drehen, kommt es zu einer Bewusstseinsbildung der eigenen Lebenssituation. Außerdem werden die Kommunikationsfähigkeit und die Interaktionsfähigkeit gefördert. Neben dem Wissenserwerb geht es also immer um:

 

  • sich selbst kennenlernen
  • Bewusstsein für die eigene Lebenssituation bekommen
  • Kommunikationsfähigkeit entwickeln
  • Interaktionsfähigkeit und Handlungskompetenz steigern

Um die optimale Voraussetzung für die vorgenannten didaktischen Erlebnisse zu schaffen, gestalten wir die Führungen als Gespräch.

Was sagen die Besucher heute?

„Ein hochqualitatives Museum, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet! Eine Perle in unserer Region.“

„War das Museum einst eingestaubt und wenig interaktiv, so ist es heute das Gegenteil. Die Ausstellung ist sehr interessant gehalten. Vor allem modern und den eigenen Entdeckergeist fördernd. Insbesondere für Erwachsene geeignet. Das Museum MONREPOS ist kein gewöhnliches Museum, es ist tatsächlich besonders und konnte sich in den letzten Jahren selbst neu erfinden.“